Sieben neue Leuchttürme

Was für ein Abschlusswochenende. Und ich bin auch heute noch zutiefst dankbar.

Sieben Frauen haben gestern ihre Ausbildung zur Akutbegleiterin HA erfolgreich abgeschlossen.

Ein Jahr lang haben sie sich intensiv mit Themen auseinandergesetzt, denen viele Menschen lieber ausweichen:
Tod, Sterben, Trauer – und der Begleitung von Familien, deren Kinder in der Schwangerschaft, unter der Geburt oder in den ersten Lebenswochen sterben.

Diese Arbeit braucht mehr als Fachwissen.
Sie braucht Selbstreflexion.
Innere Stabilität.
Die Bereitschaft, Schmerz auszuhalten, ohne ihn wegmachen zu wollen.
Und die Fähigkeit, in Ausnahmesituationen Orientierung zu geben.

Akutbegleiterinnen HA sind da, wenn das Unfassbare geschieht.
Sie fangen Familien im Schock auf.
Sie helfen, komplexe medizinische und organisatorische Informationen zu verstehen.
Sie unterstützen dabei, Prioritäten zu setzen – in einer Zeit, in der eigentlich nichts mehr greifbar erscheint.

Und sie tragen dazu bei, dass die begrenzte Zeit mit dem verstorbenen Kind bewusst gestaltet werden kann.

Denn diese Stunden und Tage sind nicht „nur“ Abschied.
Sie sind Fundament für einen lebenslangen Trauerprozess.

Ich empfinde große Dankbarkeit und auch Demut, dass sich Frauen dafür entscheiden, diesen Weg zu gehen – und sich ein Jahr lang auf eine so intensive persönliche und fachliche Entwicklung einzulassen.

Was gestern wieder besonders spürbar war:
Diese Ausbildung schafft nicht nur Kompetenz, sondern eine tiefe Verbundenheit. Eine Haltung. Eine gemeinsame Verantwortung.

Mein Wunsch für jede Einzelne von euch:
Dass ihr an euren Wirkorten einen Unterschied macht.
Dass Familien sich gehalten fühlen.
Dass ihre Kinder gesehen werden.
Und dass aus einem Moment größter Ohnmacht ein Anfang entstehen kann, der getragen ist von Würde, Wissen und Menschlichkeit.

Von Herzen danke für euer Vertrauen. 💛