Jahrestagung der Kinderkardiologen & Herzchirurgen 2026 | HOTSPOT Herzmedizin, Köln

Kurzfristig durfte ich auf der diesjährigen Tagung in Köln einen Vortrag im Rahmen einer HOTSPOT-Session halten.

Thema meines Beitrags war die psychosoziale und emotionale Belastung von Familien nach pränataler Diagnose komplexer, nicht heilbarer Herzfehler – im Kontext von
• maximaler Therapie
• palliativer Begleitung
• Schwangerschaftsabbruch.

Im Mittelpunkt stand die Frage:
Welche Auswirkungen haben unterschiedliche Therapiewege auf die psychosoziale Ebene von Eltern und Familien?

In der Vorbereitung und im Vortrag habe ich vier reale Familiengeschichten eingebunden – mit ausdrücklicher Erlaubnis der betroffenen Eltern. Diese Perspektiven ermöglichten einen differenzierten Blick darauf, welche Herausforderungen, Belastungen – aber auch welche Ressourcen – die jeweiligen Entscheidungen mit sich bringen.

Eine zentrale Erkenntnis der Session:
Es gibt keine „richtige“ Entscheidung im Allgemeinen.
Es gibt nur die individuell stimmige Entscheidung im konkreten familiären Kontext.

Für uns als Fachpersonen bedeutet das:
• medizinisch fundiert aufklären
• transparent über Prognosen und Optionen sprechen
• wertungsfrei beraten
• Zeit zur Entscheidungsfindung ermöglichen
• und die gewählte Entscheidung professionell und ohne moralische Bewertung begleiten.

In der anschließenden Diskussion wurde intensiv darüber gesprochen, wie Diagnosen verantwortungsvoll überbracht werden können und ob – bzw. in welcher Form – ärztlicher oder psychosozialer „Rat“ sinnvoll oder problematisch ist.

Die Offenheit und Differenziertheit der Diskussion war für mich sehr bereichernd. Interdisziplinäre Räume wie dieser sind entscheidend, wenn wir Versorgung nicht nur medizinisch exzellent, sondern auch menschlich verantwortungsvoll gestalten wollen.

Mein Dank gilt insbesondere den Familien von Maxim, Eike, Arved und Marlene für ihr Vertrauen.

Ich bin gespannt, welche weiteren Impulse sich aus diesem Austausch entwickeln.